Mein Kunstwerk - die Bilder in meinem Rahmen



Unsere Erfahrungen, unsere Eindrücke, unsere Werte, unsere Gedanken, unsere Träume - egal ob sie uns nahestehen oder in die Ferne gerückt, ob sie voller Energie, wertvoll für uns, eher kraftraubend oder vielleicht auch einfach nur da sind... Sie halten uns. Sie geben uns Sicherheit. Sie machen uns aus. Sie begründen uns. Sie alle sind Bausteine, Puzzlestücke, Bilder - sie alle zusammen ergeben unser Kunstwerk. Unser Lebenskunstwerk! - um welches wir im Laufe der Zeit einen Rahmen gelegt haben.

Bewusst oder unbewusst. Durch unsere Bilder erschließen wir unsere Welt. Sie bestimmen unsere Wahrnehmung. Sie formen unsere mentale Landkarte. Wir alle nehmen die Realität so wahr, wie wir glauben, dass sie ist. Jeder von uns hat seine individuelle Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit beeinflusst unser Sein und unser Handeln. Was auch immer uns aus macht, prägt unseren Blick. Wir filtern.

Unsere Filter setzen wir bewusst oder unbewusst. Wir alle haben Gründe für unser Verhalten und für unser Tun - gute Gründe. Gründe, die für uns passend erscheinen. Aufgrund unserer Erfahrungen haben wir Modelle entwickelt, die für uns funktionieren. Verhaltensweisen adaptiert. Es gibt nicht falsch oder richtig, sondern lediglich Modelle, die hilfreich oder weniger hilfreich sind, um unser Leben zu gestalten...

...ertappen wir uns nicht manchmal dabei weniger unsere eigenen Modelle, sondern vielmehr die Modelle anderer zu bewerten? Schuldige zu suchen? Über andere zu urteilen? Verhaltensweisen, Lebensstile, Ideen und Motive anderer zu hinterfragen? Wir erwarten, dass sie sich ändern ... dass sie ihren Rahmen neu gestalten ... und dass ihre Bilder neu sortieren. Nach unserer Vorstellung. Damit sie in unsere Welt passen. Damit wir glücklich sind. Und damit es uns gut geht. Wir denken zu wissen was für unsere Familie, unsere Freunde, Kollegen und Bekannten richtig ist. Und wir denken zu wissen wie sie sich verhalten sollen. Wir hoffen, wir erwarten, wir geben Ratschläge. In unserem Blick - in unserer gefilterten Realität mag genau das gerade passend sein. Wie aber sieht die Realität unseres Gegenübers aus?

Wenn Menschen sich nicht so verhalten wie Du es erwartest, nicht so reagieren, wie Du es gerne hättest, akzeptiere, dass dein Gegenüber in seiner Realität passend handelt. Er hat einen Grund dafür. Diskutiere nicht über richtig und falsch, sondern versuche seine Welt zu verstehen. Seine Bilder sind andere als Deine Bilder - und eben nur eine Möglichkeit die Welt abzubilden. Seine Augen sehen etwas anderes als Deine Augen. Sein Herz schlägt in einen anderen Rhythmus als Dein Herz. Wenn wir unseren Gegenüber wirklich kennen lernen wollen, begeben wir uns mit ihm auf seine Landkarte. Wir lassen uns auf seine Bilder ein... und sehen die Welt mit seinen Augen.

Nur Deinen eigenen Rahmen des Lebens kannst Du ändern. Du kannst Dein Modell der Realität stetig erweitern, anpassen, formen, festigen und lieben lernen und somit Deinen Rahmen Deinen eigenen Bildern anpassen. Du bist dein eigener Künstler. Mutig. Frei. Klar. Du selbst entscheidest über die Farbe, das Material, die Größe, die Beschaffenheit. Bewerte nicht die Bilder anderer – helfe ihnen ihre Farbpalette zu erweitern. Urteile nicht – helfe ihnen das für sie passende Material zu finden. Verkünstel Dich nicht auf anderen Werken - kreiere dein eigenes. Erweitere Deinen Blickwinkel und öffne Dich dafür, dass andere andere Bilder sammeln, anders als Du sortieren und anders als Du priorisieren. Sei neugierig. Sei wertschätzend. Gehe Deinem Gegenüber entgegen. Nehme ihn ernst. Nehme ihn an. Lasse dich ein und genieße die Vernissage.

(c) Stefanie Löffler für fan-manufaktur - Das WIR zukunftsbefähigen. Die Organisation für Unternehmensexzellenz.