Lesezeichen.



Präsent sein. Im hier und jetzt leben. Den Moment genießen. Gegenwart. Time is now. Wenn nicht jetzt - wann dann.

Die Sprüche und Lebensweisheiten sind uns bekannt. Und wenn uns von Schicksalsschlägen erzählt wird, wird uns immer schlagartig bewusst, dass das Leben zu kurz ist. Zu kurz für Routine. Zu kurz für den Alltagstrott. Zu kurz für mühsame Gespräche. Zu kurz für die Arbeit. Zu kurz das Leben nach den Vorstellungen anderer zu leben. Zu kurz mich zu verstellen. Blöd nur, dass wir genau so schnell, wie uns diese Erkenntnis so schmerzend bewusst wird, es wieder vergessen und Veränderungen über den Haufen werfen.

Wir verändern nichts.

Wie bekommen ich das dann hin? Wie lebe ich im Moment? Wie lebe ich mein Leben wirklich? Was heißt achtsam sein?

Ein selbstgebasteltes Lesezeichen von früher, ein Bändchen, ein Eselohr, der Umschlag des Buches, ein Stift, oder in der Digitalen Welt ein Bookmark?!

Alles Hilfsmittel, um bei Büchern die Stelle wieder zu finden, bei der ich aufgehört habe. Ein nahtloser Übergang. Nichts doppelt gelesen - und nichts verpasst, nichts übersprungen.

Ein Lesezeichen zeigt das Jetzt. Den Moment. Hier war ich. Hier bin ich. Hier mache ich weiter. Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft.

Hier ein paar Basteltipps für dein individuelles Lesezeichen für das Buch deines Lebens:

1. Bei mir sein.
Ablenkung ist ein beliebtes und effektives Mittel, um bohrende Selbstzweifel, ungeliebte Erinnungen, Ängste oder die schwelende innere Unzufriedenheit gar nicht erst zu spüren. Unternehmungen, selbstgemachte Probleme, Freizeitstress oder eine kompromissreiche Beziehung - mögliche Strategien um die innere Stimme nicht zu laut werden zu lassen. Dann kann ich mir schon einreden, dass mein Leben nach Außen hin glitzert und glücklich ist. Erst wenn es still um mich wird, dann kommen die Gedanken, ob das schon alles war, ob ich der Welt nicht mehr zu bieten habe - einen Sinn habe?

Sind wir uns die Zeit wert, bei uns zu sein, mit uns zu sein. In mich selbst hören, was meine Bedürfnisse sind, meine Wünsche, was mir gut tut. Erst wenn ich das spüre, wenn ich mich selbst annehme und liebe und weiß was ich will, kann ich danach leben. Innere Stille. Ruhe.

2. Vertrauen.
Eigene Wohnung, fester Partner, sichere Arbeitsstelle, ein fester Freundeskreis. Komfortzone. Alles folgt klaren Strukturen und einer vorgegeben Ordnung. Ich habe alles im Griff - die Kontrolle. Da fühle ich mich sicher. Ich vertraue. Ich vertraue, solange alles seine Ordnung behält - und doch in der Angst die Kontrolle zu verlieren. Den Boden zu verlieren. Angst allein zu sein. Strategien dagegen sind Versicherungen, Altersvorsorge, Eifersucht und Misstrauen, Vorsicht, keine Veränderung zulassen, Festhalten, Anspannung, Verkrampft. Erst wenn ich lerne mir zu vertrauen. In mir eine Sicherheit, Beständigkeit und innere Stärke entwickle. Wenn ich in mir verwurzelt bin - werde ich gelöst, entspannt und frei. Der eigenen Intuition vertrauen. Dem Leben vertrauen. Mir vertrauen.

3. Vergangenheit loslassen.
Loslassen sagt sich immer so leicht. Ist es eigentlich auch. Eigentlich, wenn es geschafft ist. Bis dahin ist es ein Weg von beobachten, reflektieren und erkennen. Das fängt im Großen an. Was halte ich fest? Was hält mich fest? Welche Personen, Beziehungen oder Situationen beschäftigen mich immer wieder? Um was kreisen meine Gedanken? Welche Glaubenssätze stellen sich mir immer wieder in den Weg, verhindern, dass ich voran komme oder über mich hinaus wachse? Und das Loslassen hört im Kleinen auf. Abends im Bett, wenn ich dankbar den Tag überdenke. Was ist mir gelungen? Was war schön? Wofür bin ich dankbar? Was kann ich besser machen - ohne zerstörerische Selbstzweifel und ständig übertriebene Selbstoptimierungsgedanken. Den Tag loslassen. Dankbar sein. Und die Gedanken daran frei lassen.

4. Zukunftsbild visualisieren.
Das Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist Pläne zu schmieden. Bei den Zukunftsplänen geht es darum einen goldenen Mittelweg zu finden. Eine Vision, ein Zukunftsbild soll vermitteln, welchen Sinn ich in meinem Leben sehe - wie ich mein Leben leben will. Wie ich sein will. was mir wichtig ist. Wie sich das konkret gestaltet - da gilt es dem Leben zu vertrauen. Dem Fluss des Lebens zu folgen. Um dadurch flexibel zu sein, Chancen wahrnehmen zu können, die man sich selbst nicht vorstellen konnte. Frei von Erwartungen.

5. Den Atem beobachten. Den Körper spüren.
Morgens. Tagsüber. Abends. Wenn ich meinen Atem beobachte, wie er einströmt und wieder ausströmt, wie sich mein Bauch hebt und senkt, bin ich ganz bei mir. Ich werde ruhig, fokussiert, gelassen und entspannt. Lerne ich meinen Körper zu spüren, wieder wahrzunehmen und anzunehmen. Mein Körper ist im Hier und Jetzt.


6. Achtsamkeit. Sinne. Spüren.
Beim Duschen - duschen. Beim Gehen - gehen. Beim Essen - essen. Musik - hören. Auch in Gedanken bei dem sein, was man gerade macht. Mit wem man gerade spricht. Mit allen Sinnen. Mit allen Gedanken. Wie fühlen sich die Wassertropfen an. Wie fühlt sich Kälte an. Wie die warme Sonne im Gesicht. Wie der Wind. Wie der Regen. Was höre ich. Was sehe ich. Was fühle ich. Was empfinde ich.



Das spannende ist, dass die Gegenwart nicht greifbar ist. Ich kann mir Notizzettelchen an den Bildschirm kleben. Ich kann mir eine App installieren, die mich regelmäßig durch einen Ton daran erinnert im Moment zu sein, achtsam zu sein. Aber schlussendlich kann ich es fühlen. Das Gefühl hier zu sein. Das Gefühl losgelassen zu haben. Verbunden zu sein. Das Gefühl frei zu sein. Zu vertrauen. Dann ist es kein mechanisches, oberflächliches und bewusstes, trainiertes Denkmuster. Dann ist es eine Lebenseinstellung. Ein Lebensgefühl.

(c) Sabine Schmeller für fan-manufaktur - Das WIR zukunftsbefähigen. Die Organisation für Unternehmensexzellenz.