Der Einband (m)eines Buches.



Wie ich so vor meinem Bücherregal sitze, entspannt und gemütlich zurück gelehnt, überlege ich mir, welches Buch ich als nächstes lesen will. Mein Blick schweift durch die Regale. Welches Buch fesselt meinen Blick? Wo verharre und bleibe ich? Welches Buch weckt mein Interesse?

Ist es das dicke, alte Buch mit robustem, dunklem, widerstandsfähigem Ledereinband? Ehrfürchtig streiche ich über den Einband. Ein Erbstück. Jahrzehntelang wird dieses Buch von Generation zu Generation weitergegeben: Diese mysteriösen Sagen, Weisheiten oder fabelhafte Geschichten sind es wert überliefert und vererbt zu werden.

Oder ist es das einfarbige Buch mit dem ungekünstelten, schlichten Schriftzug? Es ist einfach und schnörkellos, aber keinesfalls unbedeutend. Es kann auch auf wenigen Seiten eine berührende Kurzgeschichte oder klare und schlüssige Aussagen bringen – eben auf den Punkt gebracht.

Oder zieht das auffälligste Buch meinen Blick auf sich? Mit bunten Farben, Märchenfiguren, Traumwelten? Finde ich das Lebhafte, Kunterbunte und Glitzernde faszinierend?

Wenn ich das Buch meines Lebens schreibe – in welchen Einband binde ich es?

Sehe ich mein Leben als wertvollen, geheimnisvollen Schatz, den ich behutsam in einem starken Einband, in einer Truhe verschließe? Als Ausstellungsstück, das im Museum auf einem Sockel betrachtet und bestaunt wird? Oder als etwas Alltägliches, Selbstverständliches, das man vielleicht erst vermisst, wenn es fehlt?

Unser äußeres Erscheinungsbild, unsere Ausstrahlung und unsere Wirkung verbildlicht unser Inneres, unsere Einstellung und unseren Charakter. Unsere Seele: So strahlt mein Inneres nach Außen.

Wie ich wirke, kann die unterschiedlichsten Ausprägungen haben – abhängig von der Situation und den Umständen, der momentanen Gefühlslage: Spannend und anziehend, ausdruckslos und eintönig, chaotisch und durchgeknallt, klar und authentisch…

Wenn mein Äußeres im Einklang ist mit meinem Inneren überspiele ich nichts - ich täusche nicht. Ich vergrabe oder verstecke nichts hinter einer Hülle, baue keine Fassade auf. Dennoch ist mein Einband ein Schutz gegen äußerliche Einflüsse. Er kann entweder undurchlässig sein, oder in beide Richtungen durchlässig. Oder bestimmte Dinge können hinaus- aber nicht hineingelangen. Und ich kann bestimmen, ob und wie mein Einband wann durchlässig ist.

Mit folgenden 6 Gestaltungsmöglichkeiten kann ich meinen Einband, mein Erscheinungsbild, meine Wirkung entwerfen, kreieren und modellieren.

1. Körperhaltung. Stand.
Wie stehe ich im Leben – zu mir? Bin ich selbstsicher und standhaft, kann mich nichts so leicht umwerfen, oder lasse ich mich treiben, bin flexibel, dem Wind folgend und anpassend? Oder halte ich kämpferisch dagegen?

2. Gestik. Mimik.
Verstecke ich meine Gefühle und meine Gedanken hinter einem Pokerface, oder kann man in mir lesen wie in einem offenen Buch? Mach ich mich klein und unscheinbar oder bin ich präsent und mitteilsam, geradeheraus und ehrlich.

3. Auftritt. Ausstrahlung.
Wenn ich den Raum betrete, nehme ich dann den Raum für mich ein oder komme ich unaufdringlich dazu, reihe ich mich unauffällig mit ein? Gehöre ich zur Gruppe – bin ein Teil davon - oder stehe ich unbeteiligt daneben, beobachtend abseits? Oder nehme ich viel Raum ein, bin polarisierend und überwältige damit?

4. Lächeln.
Mit einem strahlenden Lächeln wirke ich positiv und gewinnend. Gute Laune und Leichtigkeit beeindruckt, begeistert und steckt an.

5. Augen. Klarheit.
„Ein Blick sagt mehr als tausend Worte“ – und „die Augen sind der Spiegel zur Seele“. Schaut man bei mir in liebevolle und gutmütige Augen oder sieht man Leere, Kälte oder Unsicherheit? Duelliert mein Blick und drückt Stärke oder Macht aus oder weicht mein Blick aus, sucht nicht die Konfrontation?

6. Selbstliebe. Selbstverantwortung.
Wenn ich mich selbst liebe, liebe ich auch meinen Körper und achte auf ihn. Ich lege Wert auf Gesundheit, Ernährung und Bewegung. Geht es meinem Körper gut, geht es mir gut – und anders herum.

So kann ich ausstrahlen wer ich bin und wie ich bin.

Es entsteht ein Reiz, ein Zauber und eine Anziehung. Sein, wie ich bin.

Achten wir aber darauf, uns nicht vorschnell von anderen ein Bild aufgrund der Äußerlichkeiten zu machen. Manchmal sind wir auf den zweiten Blick überrascht, was in einem Menschen steckt.

„Wahre Schönheit kommt von innen“, ein überwältigendes Erscheinungsbild schadet aber nicht – deshalb: Lippenstift drauf. Licht an. Leben an. Die Welt steht uns offen.

© Sabine Schmeller für fan-manufaktur - Das WIR zukunftsbefähigen. Die Organisation für Unternehmensexzellenz.